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Über Mathias

Pressespiegel

08.02.2010 13:09:11
Musical Rocks im Wiener Arsenal
Musical Cocktail 85 (Februar - April 2010)
An drei Abenden (3.-5.12.) wurde auf dem Wiener Arsenal Gelände in der Hochspannungshalle ordentlich Gas gegeben und gerockt was das Zeug hielt.

Auch wenn zu Anfang nicht ganz klar war, wer eigentlich schlussendlich bei diesen Shows performen würde, so konnten doch namhafte Sänger/innen gewonnen werden. Allen voran Serkan Kaya, unvergessen als Galileo aus „We will rock you“, Mathias Edenborn als Romeo’s Kumpel Benvolio. Als dritter Mann im Bund stand Vincent Bueno auf der Bühne.

Mit dem Damentrio hatte man Musicaldarstellerinnen gefunden, die sich bis jetzt eher in Deutschland und der Schweiz einen Namen gemacht hatten, in Österreich aber noch nie oder selten gespielt hatten. Jessica Kessler kennt man hierzulande nur aus „We will rock you“ als aufmüpfige Scaramouche, Anke Fiedler stand in „Hedwig and the angry inch“ im Metropol auf der Bühne, nur Nadine Schreier schnupperte zum ersten Mal Wiener Luft. Sie spielte bereits in St. Gallen in „Hairspray“ oder in „Die 3 Musketiere“ in Berlin und Stuttgart.

Ludwig Coss, Produzent und musikalischer Direktor der Show hatte sich eine „musikalische Entstaubung“ von großen Musicalhits von der „Rocky Horror Show“, über „Hair“ bis zu „Dirty Dancing“ vorgenommen. Auch wenn versprochen wurde, dass die charakteristische Atmosphäre der jeweiligen Stücke nicht abhanden kommen würde, haben sich die Verantwortlichen doch bei einigen Songs zuviel getraut und es wurden ein paar Beats zuviel hinterlegt. Von Rockmusik erwartet man, dass sie laut sein muss, so war es auch und doch eine Spur too much. Die Halle ist sehr weitläufig und hoch und aus diesem Grund wäre die angeschlagene Lautstärke nicht unbedingt nötig gewesen. Den lauten Arrangements fielen leider auch manchmal die Stimmen zum Opfer, und das, obwohl sich alle sechs die Seele aus dem Leib sangen.

Für die tänzerische Untermalung der Songs waren Daniela Nitsch, Sandra Milly, Natascha Nepp, Verena Kollross, Patrick Strasser, Gerald Schasche, Stefan Konrad, Gabor Hartmann zuständig.

Leider hatten vor allem die Gäste an den hintersten Tischen (es gab eine Saalbestuhlung) das Nachsehen, da die Künstler nur erahnt werden konnten. Nur wenn sie auf den verschiebbaren Podesten oder den Seitengerüsten performten, konnte man mehr als die Köpfe erkennen. Das ist sehr schade, zumal auch noch die letzte Kategorie stolze EUR 49,- kostete. Für diesen Preis möchte man doch mehr sehen als die Videoprojektionen. Diese stammten von Bernie Boess und waren wirklich sehr außergewöhnlich und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. So gab es bei „Aquarius“ eingeblendete Sternzeichen, ein selbstspielendes Klavier bei „Die Schöne und das Biest“, ein gigantisches Innere einer Kirche beim „Phantom der Oper“. Auch die Darsteller selbst wurden im Vorfeld gefilmt und somit agierten sie während manchen Songs auf zwei Ebenen. Einmal auf der Bühne live und ein weiteres Mal in der Einspielung.

Für Regie und Choreographie waren Dean Welterlen und Doris Marlis verantwortlich.

Den Abend eröffneten der „Time Warp“ und „Lady Marmalade“, vor allem bei letzterem waren die Mädels echt scharf. Anke, Jessica und Nadine in knappen, heißen rot/schwarzen Outfits mit Strapsen waren der Hingucker schlechthin. Schon bei dieser Nummer merkte man, wer von den weiblichen Sängerinnen die Hose anhatte. Anke Fiedler stach eindeutig hervor.

Haarig ging es bei einem Songmix aus dem Stück „Hair“ zu. Serkan und Vincent zeigten ihr Talent als Beatboxer und alle gemeinsam düsten durch’s Publikum. Vor allem Bueno merkte man an, dass er in seinem Element war, wenn er herumtoben kann.

Auch bei einem fetzigen „Flashdance“ war Anke wieder als Rockröhre unterwegs und wurde von den Tänzern mit einer workout Choreo unterstützt. Beim Medley aus „High School Musical 1 und 2“ waren Vincent und Jessica die Hauptakteure. Von „Breaking free“ bis „We’re all in this together“ wurde kräftig gerockt. Nur bei Kessler’s „When there was me and you“ gingen durch die Lautstärke die Gefühle verloren. Die Tänzer waren sehr akrobatisch unterwegs und zeigten ihr Können.

Auch der „Grease“ Block war interessant arrangiert. Nur „Hopelessly devoted to you“ wirkte komplett anders, als es eigentlich sollte, auch hier hatte man zuviel zum Negativen verändert. „She’s like the wind“ von Mathias Edenborn interpretiert ging in „Time of my life“ über. Dieser Übergang war schön gelöst worden und die Tänzer zeigten eine Choreo, die an den Film angelehnt war. Nach dem Motto „weniger ist mehr“ gab AnkeOne day I’ll fly away“ zum Besten – was für eine Stimme.

Kann man ein Rockmusical noch rockiger machen? Man kann, das bewiesen die Veranstalter bei „Jesus Christ Superstar“. Die Kombination der zwei Songs „Phantom der Oper“ sowie „Der letzte Tanz“ gelang auch, wobei Serkan und Mathias die männlichen Parts übernahmen, Nadine den weiblichen. Verblüffend auch die tänzerische Untermalung, die aus einer „Thriller“ Choreographie bestand.

Nach einem „Totale Finsternis“ von Jessica (Sarah) und Serkan (Krolock) folgte möglicherweise das Highlight der Show. Bueno, Edenborn und Kaya nahmen mit Gitarren auf Stühlen Platz und lieferten eine tolle stimmungsvolle Interpretation von „The impossible dream“ aus „Der Mann von La Mancha“. Hier stand nicht die Musik, sondern die Stimmen im Vordergrund.

Nach schwungvollen Hits aus „Miami Nights“ und „Xanadu“ kam ein gewagtes „Don’t cry for me Argentina“ von Anke Fiedler.

Mit einem großen Medley aus Queensongs begann das Finale. Serkan war in seinem Element und auch Edenborn verblüffte als er bei „Bicycle Race“ auf Robbie Williams machte und „Rock DJ“ darunter mischte. Nach Kaya’s „Don’t Stop me now“, das er wortwörtlich nahm, folgte „We are the champions“, das mit standing ovations und von einem begeisterten Publikum belohnt wurde.

Die Zugaben bestanden aus „The winner takes it all“, aus dem eine up tempo Nummer wurde und weiteren Abba-Hits. Lediglich das Schlusslied „There’s no business like showbusiness“ hätte nicht gerockt vorgetragen werden müssen.

Ein gutes Showkonzept, das vielleicht etwas publikumsfreundlicher hinsichtlich Sicht auf die Bühne und Belastung für die Ohren hätte sein können.

von Andrea Martin

hier gibt es ein PDF vom Originalartikel (40 KB)